Blog

Website mit KI erstellen: warum ein Prompt nicht reicht

Eine KI baut in Minuten eine Website. Warum das Ergebnis oft blutleer bleibt und wie ich KI mit Skills, Persona und SEO-Connector so einsetze, dass Kunden kommen.

Veröffentlicht am 8 Min. Lesezeit

Gegenüberstellung: generische KI-Website aus einem Prompt und die mit System gebaute Website inndigo.de

Noch nie war es so einfach, eine Website zu erstellen. Man beschreibt sein Unternehmen in ein paar Sätzen, und Sekunden später steht eine Seite mit Überschrift, Bildern, Leistungen und Kontaktformular. Viele Selbstständige machen genau das, und das Ergebnis sieht auf den ersten Blick wie eine professionelle Website aus.

Auf den zweiten Blick ist es oft blutleer. Die Texte könnten zu jedem Unternehmen passen, das Design kennt man von hundert anderen Seiten, und bei Google taucht die Seite nicht auf. In diesem Beitrag zeige ich, woran man eine KI-generierte Website erkennt, warum sie selten Kunden bringt und wie ich KI selbst einsetze, damit am Ende eine Website steht, die funktioniert. Stand: Oktober 2026.

Eine Website mit KI erstellen geht schnell

Die Tools dafür gibt es inzwischen überall. Fast jeder Baukasten hat einen KI-Website-Builder: Bei Wix übernimmt in Wix Harmony die KI-Assistentin Aria den Aufbau, auch Ionos, Squarespace und WordPress mit Erweiterungen wie Elementor AI bieten KI-gestützte Funktionen an. Man beschreibt seine Idee, und der KI-Website-Generator erstellt daraus eine komplette Website, die sich danach per Drag-and-Drop anpassen lässt. Für den Einstieg ist das oft kostenlos. Chatbots wie ChatGPT oder Claude schreiben auf Wunsch den kompletten Code einer Seite. Programmierkenntnisse braucht man dafür nicht mehr, ein Prompt in natürlicher Sprache genügt.

Das ist ein echter Fortschritt, und künstliche Intelligenz wird die Website-Erstellung weiter verändern. Eine einfache Website, für die man früher ein Wochenende gebraucht hat, lässt sich heute in wenigen Minuten generieren, samt Layout, Texten und Bildern. Das Problem ist nicht die Geschwindigkeit. Das Problem ist, dass schnell erzeugt noch lange nicht gut bedeutet.

Woran man eine KI-generierte Website erkennt

Wer ein paar KI-Websites gesehen hat, erkennt das Muster sofort. So sieht ein typisches Ergebnis aus, wenn man einer KI nur sagt, welche Art von Website sie bauen soll:

Typische KI-generierte Website mit lila Farbverlauf, Floskel-Überschrift und drei Symbolkacheln
  • Floskeln statt Aussagen: „Wir bringen Ihr Business auf das nächste Level“, „Innovation trifft Leidenschaft“. Kein Satz, den nur dieses eine Unternehmen sagen könnte.
  • Austauschbares Design: dunkler Hintergrund, lila Farbverlauf, mittige Überschrift, zwei runde Buttons, darunter drei Kacheln mit Symbolen.
  • Leere Leistungsversprechen: Qualität, Innovation, Kundenzufriedenheit. Keine Preise, keine Referenzen, kein Beleg.
  • Kein klarer nächster Schritt: „Jetzt starten“ und „Mehr erfahren“, ohne dass klar wird, was dann passiert.

Besucher merken das, auch wenn sie es nicht benennen können. Eine Seite, die nach Vorlage aussieht, wirkt wie ein Unternehmen, das sich keine Mühe gibt. Und wer sich bei der eigenen Website keine Mühe gibt, dem traut man auch bei der eigentlichen Leistung nicht viel zu.

Warum blutleere KI-Websites selten Kunden bringen

Eine Website soll gefunden werden, überzeugen und zu einer Anfrage führen. Bei den meisten schnell erzeugten KI-Websites scheitert es an allen drei Stellen.

  • Keine SEO

    Keine Keyword-Recherche, keine Seitentitel und Meta-Beschreibungen, keine interne Verlinkung. Google weiß nicht, wofür die Seite stehen soll.

  • Keine UX

    Kein durchdachter Weg vom ersten Eindruck zur Anfrage. Der Besucher muss selbst herausfinden, was er tun soll.

  • Kein eigener Inhalt

    Texte ohne Erfahrung, Zahlen oder Beispiele. Genau das, was Google und Kunden suchen, fehlt.

Dabei hat Google nichts gegen KI. In seinem Leitfaden zu KI-generierten Inhalten schreibt Google, dass es auf die Qualität ankommt und nicht darauf, wie ein Inhalt produziert wurde. Belohnt werden Originalinhalte, die Erfahrung, Sachkompetenz und Vertrauenswürdigkeit zeigen, kurz E-E-A-T. Wer dagegen massenhaft Inhalte erzeugt, um das Ranking zu manipulieren, verstößt seit dem Update vom März 2024 gegen eine eigene Spamrichtlinie zum Missbrauch mit massenhaft generierten Inhalten. Eine KI-Website ist also nicht verboten. Sie hat nur nichts, womit sie sich gegen die Konkurrenz durchsetzen könnte.

So setze ich KI beim Erstellen einer Website ein

Ich baue Websites selbst mit KI, und zwar jeden Tag. Der Unterschied liegt nicht im Tool, sondern darin, was man der KI mitgibt und wie man das Ergebnis prüft. Eine KI ohne Vorgaben liefert den Durchschnitt dessen, was sie gelernt hat. Mit den richtigen Vorgaben liefert sie deutlich mehr. Fünf Bausteine setze ich dafür ein.

  1. Gute Quellen: hochwertige Vorlagen für Layouts und Effekte.
  2. Klare Regeln: Grundregeln für Typografie, Raster und Lesbarkeit.
  3. Passende Effekte: Bewegung nur dort, wo sie den Inhalt trägt.
  4. Kundensicht: eine digitale Persona prüft und gibt Feedback.
  5. Eigener Inhalt: SEO-Texte mit Daten und eigener Erfahrung.

1. Hochwertige Quellen für Layouts und Effekte

Fragt man eine KI nach einer modernen Website, bekommt man das, was im Netz am häufigsten vorkommt. Deshalb sehen so viele KI-Websites gleich aus. Ich gebe der KI deshalb Skills mit, also fest hinterlegte Arbeitsanweisungen, die auf hochwertige Quellen verweisen: Sammlungen ausgezeichneter Websites, durchdachte Designsysteme und Bibliotheken mit geprüften Layouts und Effekten.

Arbeitsplatz einer Gestalterin mit Farbfächern, Zeichentablett und Entwürfen

Vorbilder statt Durchschnitt

Statt aus dem Durchschnitt des Netzes zu schöpfen, orientiert sich die KI an Gestaltung, die sich bewährt hat. Das Ergebnis wirkt visuell eigenständig und passt zur Marke.

Referenzen ansehen

Wichtig ist dabei, dass die Quellen nicht kopiert werden. Sie dienen als Maßstab für Qualität: Wie viel Weißraum braucht eine Startseite, wie groß darf eine Überschrift sein, wie führt eine gute Seite den Blick. Das Layout selbst entsteht für das jeweilige Unternehmen.

2. Skills mit Regeln für gutes Webdesign

Gutes Webdesign folgt Regeln, die man nicht sieht, wenn sie stimmen, und sofort merkt, wenn sie fehlen. Diese Regeln lege ich der KI in einem eigenen Skill vor, damit sie nicht bei jeder Seite neu raten muss:

  • Eine klare Hierarchie mit einer Hauptüberschrift und gut gegliederten Abschnitten.
  • Ein responsives Layout mit lesbaren Schriftgrößen, ausreichend Zeilenabstand und genug Kontrast, auch auf dem Telefon.
  • Ein einheitliches Raster mit festen Abständen statt beliebiger Lücken.
  • Ein Hauptziel pro Seite und ein Button, der klar sagt, was als Nächstes passiert.
  • Bilder, die zum Unternehmen gehören, statt beliebiger Stockfotos ohne Bezug.

Dazu gehören Prüfungen, die die KI selbst ausführt: Läuft die Seite auf dem Telefon ohne seitliches Scrollen, laden alle Bilder, sind Titel und Beschreibung gesetzt. Was sich messen lässt, wird zuverlässig gemessen, bevor ein Mensch das Ergebnis überhaupt ansieht.

3. Skills für Effekte, die zum Inhalt passen

Animationen sind das Erste, was eine KI gern einbaut, und das Erste, was übertrieben wirkt. Alles fliegt, blendet und dreht sich, ohne dass es etwas erzählt. Mein Skill für Effekte geht deshalb vom Inhalt aus: Was soll der Besucher an dieser Stelle verstehen, und hilft eine Bewegung dabei?

Bewegung mit Sinn

Ein Ablauf darf sich Schritt für Schritt aufbauen, ein Vorher und Nachher darf sich beim Scrollen verwandeln. Deko-Animationen ohne Aussage lasse ich weg.

Effekte ansehen

Entwicklerin denkt vor zwei Bildschirmen mit Code nach

Dazu gehört, dass Effekte die Ladezeit nicht ruinieren und für Menschen abschaltbar bleiben, die in ihrem System reduzierte Bewegung eingestellt haben. Wie weit man mit Effekten gehen kann, zeige ich im Beitrag über Wix Headless mit einer Demo, die bewusst übertreibt.

4. Eine digitale Persona prüft aus Kundensicht

Der wichtigste Baustein ist der, den die meisten weglassen: die Sicht des Kunden. Ich lasse jede Seite von einer digitalen Persona prüfen. Das ist ein zweites KI-Modell, das eine genau beschriebene Person spielt, zum Beispiel die Inhaberin eines kleinen Betriebs, die auf dem Telefon nach einem Anbieter sucht, wenig Zeit hat und schon schlechte Erfahrungen gemacht hat.

  1. Bauen

    Die erste KI baut die Seite nach Vorgaben und Regeln.

  2. Prüfen

    Die Persona sieht sich Seite und Bildschirmfotos an und bewertet sie.

  3. Überarbeiten

    Die erste KI setzt das Feedback um.

  4. Freigabe

    Erst wenn die Persona überzeugt ist, sehe ich mir das Ergebnis an.

Die Persona bewertet nach festen Kriterien: Verstehe ich in fünf Sekunden, was hier angeboten wird? Vertraue ich diesem Unternehmen? Finde ich den Weg zur Anfrage? Was stört mich? Daraus entsteht eine Liste mit Punkten, die die bauende KI abarbeitet. Das läuft über mehrere Runden, bis die Bewertung stimmt.

Frau mit Smartphone in der Küche überlegt, während sie eine Website ansieht

Die Seite mit Kundenaugen sehen

Eine Persona merkt, was dem Entwickler nicht mehr auffällt: unklare Begriffe, fehlende Preise, ein Button, der zu weit unten sitzt. Das spart echte Testrunden nicht, macht sie aber besser.

Website erstellen lassen

5. SEO-Texte über einen spezialisierten Connector

Texte schreibt eine KI in Sekunden. Ob sie bei Google gefunden werden, ist eine andere Frage. Ich verbinde die KI deshalb über einen Connector mit einem SEO-Werkzeug, bei mir Neuronwriter. Es analysiert die Seiten, die für ein Keyword vorne stehen, und liefert die Begriffe, Fragen und Themen, die ein Text abdecken sollte, samt einem Score, mit dem sich der eigene Text vergleichen lässt.

Für meinen Beitrag darüber, warum eine Website bei Google nicht gefunden wird, sah das so aus:

  • 76

    Mein Beitrag

    Content Score in Neuronwriter

  • 63

    Bester Wettbewerber

    unter den analysierten Seiten

  • 11

    Schwächster

    unter den analysierten Seiten

Der Score allein macht noch keinen guten Text. Entscheidend ist, was hineinkommt: eigene Messungen, echte Zahlen, Beispiele aus Projekten. Das kann keine KI erfinden, und genau das unterscheidet einen Text, der rankt und überzeugt, von einem, der nur die üblichen Begriffe enthält.

Schneller bauen ersetzt keine Erfahrung

Mit diesen fünf Bausteinen baue ich Websites deutlich schneller als früher. Die Zeit, die ich spare, steckt aber nicht im Ergebnis, sondern in der Vorbereitung: Welche Seiten braucht das Unternehmen, für welche Suchbegriffe soll es gefunden werden, was unterscheidet es vom Wettbewerb, welche Belege gibt es? Diese Fragen beantwortet keine KI von allein.

Wer ohne diese Erfahrung einen Prompt eingibt, bekommt eine Website, die schnell fertig ist und danach still bleibt. Die KI verstärkt, was man ihr mitgibt. Gibt man ihr wenig, bekommt man Durchschnitt. Gibt man ihr Wissen über Gestaltung, Suchmaschinen und Kunden, bekommt man eine Website, die sich sehen lassen kann. Den Erfolg einer schnell zusammengeprompteten Seite halte ich deshalb für überschaubar.

Vom Prompt zur Website mit System

Wie das in der Praxis aussieht, zeige ich in meinem Beitrag über Wix Headless. Dort entstehen Websites und Anwendungen mit KI im Code, gepflegt werden die Inhalte im Wix Dashboard, und Gestaltung, SEO und Prüfung laufen nach genau den Bausteinen aus diesem Beitrag.

Wix Headless

Websites, Shops und Webanwendungen mit freier Gestaltung, gebaut mit KI und mit Erfahrung geprüft.

Zum Beitrag

Drei Projekte auf Wix Headless: Noctelle-Showroom, Marketing-Board und Electronic-Demo-Store

Eine gute Website ist dabei nur der Anfang. Damit sie Anfragen bringt, braucht sie Besucher: über Suchmaschinenoptimierung, über Google Ads und über die lokale Sichtbarkeit im Google-Unternehmensprofil. Auch dabei hilft KI, und auch dabei entscheidet die Erfahrung, was am Ende wirkt.

Häufige Fragen

Kann ChatGPT eine Homepage erstellen?

ChatGPT kann den Code für eine einfache Seite schreiben. Eigene Domain, Hosting, Rechtstexte, Suchmaschinenoptimierung und eigene Inhalte fehlen dann aber noch, und genau diese Teile entscheiden darüber, ob die Seite Kunden bringt.

Ist eine KI-generierte Website für Suchmaschinen optimiert?

Meist nicht. Die meisten KI-Website-Builder erzeugen Layout und Texte, aber keine Keyword-Recherche, keine durchdachte Struktur und keine Inhalte mit eigener Erfahrung. Das muss jemand ergänzen.

Bestraft Google Texte, die mit KI geschrieben wurden?

Nein. Laut Google zählt die Qualität, nicht die Art der Erstellung. Gegen die Spamrichtlinien verstößt, wer massenhaft Inhalte erzeugt, um das Ranking zu manipulieren.

Brauche ich Programmierkenntnisse, um eine Website mit KI zu erstellen?

Für eine einfache Seite nicht, ein Prompt in natürlicher Sprache reicht. Für eine Website, die gefunden wird und Anfragen bringt, braucht es Wissen über Gestaltung, Suchmaschinen und Nutzerführung.

Kann ich eine mit KI erstellte Website später anpassen?

Ja, in Baukästen wie Wix lässt sie sich im Editor weiter bearbeiten. Bei Seiten im Code hängt es davon ab, wo sie liegt und wer den Code pflegt.

Wie setzt Inndigo KI beim Erstellen von Websites ein?

Mit Skills für Layoutquellen, Designregeln und Effekte, einer digitalen Persona, die jede Seite aus Kundensicht prüft, und SEO-Texten über einen spezialisierten Connector. Am Ende prüfe ich jede Seite selbst.

Ihre Website mit KI, aber mit System

Wenn Sie überlegen, Ihre Website mit KI zu erstellen, lohnt ein Gespräch, bevor der erste Prompt geschrieben ist. Ich kläre mit Ihnen, welche Seiten Sie brauchen, für welche Suchbegriffe Sie gefunden werden sollen und was Ihr Unternehmen von anderen unterscheidet. Danach baue ich die Website mit KI und Erfahrung, mehr dazu unter Website erstellen lassen.

Mit KI gebaut, mit Erfahrung geplant

Ich nutze KI, um schneller zu bauen, und Erfahrung, damit die Website Anfragen bringt. Struktur, Texte, Suchmaschinenoptimierung und Prüfung gehören dazu.

Projekt anfragen

Quellen: Google Search Central: Leitfaden zu KI-generierten Inhalten, 08.02.2023 · Google Search Central: Grundlegendes Update und neue Spamrichtlinien, 05.03.2024 · Wix: Launch von Wix Harmony, 21.01.2026. Neuronwriter-Werte aus der Analyse meines Beitrags „Website wird bei Google nicht gefunden“.


Markus Hentschel, Inhaber von Inndigo in Waldkraiburg

Markus Hentschel, Inhaber von Inndigo in Waldkraiburg. Seit 2015 selbständig, Betreuung kleiner und mittlerer Unternehmen in Webdesign, SEO und Google Ads.

Geprüfte Qualifikationen: E-Commerce Manager (bevh) · SEO Professional (121 Watt) · gepr. Handelsfachwirt (IHK)

Nachprüfbar: Wix-Partnerprofil · Partner der IT-Recht Kanzlei · Profil bei kress

  • Logo 121 Watt, SEO Professional
  • Logo Wix Legend Partner
  • Logo IT-Recht Kanzlei
Erstberatung Anrufen