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Kostenlose Backlinks: was 2026 davon wirklich wirkt

Ich habe acht Quellen für kostenlose Backlinks durchgemessen. Was davon zählt und was Verschwendung ist, mit Zahlen aus echten Linkprofilen.

Veröffentlicht am 3 Min. Lesezeit

Handschlag bei einem Geschäftstermin

Vor anderthalb Jahren habe ich an dieser Stelle beschrieben, wie man sich kostenlose Backlinks aufbaut: Branchenverzeichnisse, Foren, Social Media, Gastbeiträge. Der Beitrag wird bis heute oft gefunden.

Diagramm: Sichtbarkeit Desktop von November 2024 bis Mai 2025, Anstieg von rund 120 auf 822 Punkte
Sichtbarkeitsverlauf aus der ersten Fassung dieses Beitrags, November 2024 bis Mai 2025

Inzwischen habe ich für die eigene Agenturwebsite genau das durchgemessen: jede Quelle einzeln, dazu die Linkprofile von vier Wettbewerbern. Das Ergebnis hat mich dazu gebracht, diesen Beitrag neu zu schreiben.

Die kurze Fassung: Die meisten Empfehlungen aus solchen Listen wirken nicht. Nicht, weil sie verboten wären, sondern weil die Links entweder unsichtbar sind, nicht gewertet werden oder aus Quellen stammen, die selbst nichts wert sind.

Drei Bedingungen, und alle drei werden selten geprüft. Er muss für Suchmaschinen sichtbar sein: Ein Link, der erst im Browser durch JavaScript entsteht, existiert für die meisten Crawler nicht. Er muss weitergegeben werden: Trägt er das Attribut nofollow, ist er ein Hinweis, keine Empfehlung. Und die verlinkende Seite muss selbst etwas wert sein.

Wie ich gemessen habe

Alle Zahlen stammen aus eigenen Abfragen über DataForSEO im Oktober 2026. Linkprofile wurden mit abgeschaltetem Spam-Filter geprüft, Seiten mit Googlebot-Kennung abgerufen und auf serverseitig ausgeliefertes HTML untersucht. Die genannten Wettbewerber sind real, die Werte zum Abfragezeitpunkt gültig.

Branchenverzeichnisse: der häufigste Irrtum

Ein regionales Branchenverzeichnis, in dem ich eingetragen bin, liefert 471 KB HTML. Mein Firmenname kommt darin null Mal vor. Die Datenbank wird per admin-ajax.php nachgeladen. Im Browser ist sie sichtbar, für Crawler nicht vorhanden. Über 200 Unternehmen stehen dort, und die Seite verlinkt insgesamt auf sieben externe Domains.

QuelleBacklinksdavon defektAuffälligkeit
Verzeichnis A9.888.048138.817Die drei stärksten Quellen sind koreanische Seiten ohne Themenbezug, Spam-Wert 39
Verzeichnis B245.604133.876Eine einzige Domain liefert 114.172 Links, davon 114.167 defekt

Beide Verzeichnisse haben hohe Autoritätswerte. Beide bestehen überwiegend aus Linktauschnetzen. Ein Eintrag dort hebt nichts, weil die Domain selbst nichts weiterzugeben hat.

Presseportale: Masse ohne Auswahl

Ein lokaler Wettbewerber hat 132 Backlinks von 51 Domains. 73 davon stammen von einer einzigen Seite, der Rest überwiegend aus Presseportalen mit Autoritätswert 0. Ergebnis: fünf rankende Suchbegriffe, geschätzt drei Besucher im Monat.

Eine Agentur aus der Region hat 16.182 Backlinks von 290 Domains. 15.523 davon stammen aus sechs Quellen: vier generische Wirtschaftsmagazine, ein Fensterbauer, ein Blogspot-Blog. Das hebt den Autoritätswert messbar. Was es nicht hebt: kommerzielle Rankings. Die Website rankt für 784 Suchbegriffe, von denen die stärksten wayback machine, münze werfen und google atemübung sind.

Wikipedia, Medium, Yelp

Alle drei werden regelmäßig als kostenlose Backlink-Quelle genannt, und alle drei setzen nofollow. Wikipedia seit 2007, automatisch, auf jeder Sprachversion; werbliche Einträge widersprechen zudem den Richtlinien. Medium auch beim Link zurück auf die eigene Website des Autors. Yelp ebenfalls, und in Deutschland spielt die Plattform im Nutzerverhalten kaum eine Rolle.

Was tatsächlich gewirkt hat

In vier Wochen ist mein eigenes Profil von 83 auf 92 verweisende Domains gewachsen. Das kam aus zwei Quellen.

Kundenseiten: Fünfzehn Kunden verlinken inzwischen auf meine Website, überwiegend aus dem Impressum oder der Fußzeile. Jeder Link mit einem eigenen Ankertext, keiner gekauft. Das ist der einzige Kanal, der sich bei einer kleinen Agentur beliebig oft wiederholen lässt. Vorausgesetzt, man denkt bei jedem Projektabschluss daran.

Partnerverzeichnisse von Anbietern, mit denen ich arbeite: Zwei Einträge, beide kostenlos, beide auf eigenen indexierbaren Seiten mit echtem Link. Die stärkere der beiden Domains hat über 33.000 verweisende Domains. Beides hat eines gemeinsam: Es sind Beziehungen, die ohnehin bestehen.

Was ich heute empfehlen würde

  • Kunden fragen. Wer eine Website gebaut bekommt, verlinkt in der Regel gern. Der Link gehört in die Projektabnahme.
  • Partnerverzeichnisse prüfen. Von welchen Anbietern sind Sie Kunde oder Partner? Viele führen Verzeichnisse mit echten Links.
  • Lokale Firmennennungen. Nicht wegen der Linkkraft, sondern wegen der Übereinstimmung von Name, Adresse und Telefonnummer.
  • Den Rest lassen. Masseverzeichnisse, Presseportale, Linktauschnetze und Linklisten kosten Zeit und bringen nichts.

Und wenn es schnell gehen soll?

Dann ist Linkaufbau der falsche Hebel. Er wirkt in Monaten, nicht in Wochen. Was in Wochen wirkt, ist bezahlte Suche. Was in Monaten wirkt, ist eine Website, die für die richtigen Begriffe gebaut ist. Beides beschreibe ich unter Suchmaschinenoptimierung und Google-Ads-Betreuung.


Markus Hentschel, Inhaber von Inndigo in Waldkraiburg

Markus Hentschel, Inhaber von Inndigo in Waldkraiburg. Seit 2015 selbständig, Betreuung kleiner und mittlerer Unternehmen in Webdesign, SEO und Google Ads.

Geprüfte Qualifikationen: E-Commerce Manager (bevh) · SEO Professional (121 Watt) · gepr. Handelsfachwirt (IHK)

Nachprüfbar: Wix-Partnerprofil · Partner der IT-Recht Kanzlei · Profil bei kress

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